Blick in die Sammlung - Mein Lieblingsbild

Wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Franz Marc Museums gebeten, uns ihre Lieblingsbilder aus der Sammlung vorzustellen.

Das Lieblingsbild von...

… Angela Beck, Mitarbeiterin Museumshop & Kasse, ist:

„Tropischer Garten“ von Paul Klee

Paul Klee’s „Tropischer Garten“ erlaubt einen verrückten, verschobenen Blick auf das Alltägliche, das wir nur mit einem Blick streifen, und dann weitergehen.
Von weitem ist in dem Bild viel Bewegung auszumachen, die Farben fließen geformt wie in einem Kaleidoskop zusammen und tanzen in einem geheimen Rhythmus. Trete ich näher, sehe ich die strukturierte Weise, mit der Klee mit der Feder Farbfelder und Formen schuf.
Ein Fischschwanz, ein Komma, eine Mauer, auf der ein Blumentopf und eine Vase stehen, die ich für ein Gesicht halten könnte.

Dieses Bild lädt mich dazu ein, einen Moment der Stille mit ihm zu erleben, vielleicht sogar ein Zwiegespräch zu beginnen.

 

Paul Klee, Tropischer Garten, 1919
Franz Marc Museum, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
Foto: collecto.art

 

Das Lieblingsbild von...

… Gabriele Macher, Kunstvermittlerin, ist:

„Große Promenade“ von August Macke

„Das flirrende gelbe Licht der Sonne im Blattwerk des Baumes, das tiefe Blau des Thunersees welcher durch die Blätter spitzt – diese frohe atmosphärische Stimmung und die Familie beim Sommerspaziergang im Park laden mich ein sich ihnen anzuschließen, in der Hoffnung, dass wir bald wieder gemeinsam die Natur genießen können.

Mit lockerem Pinselstrich im Blattwerk löst August Macke die statuarische und flächige  Strenge der gesichtslosen Repoussoir Figuren auf.

Das leuchtende Blau des Sees zieht mich tief ins Bild, ich bin mitten im Park.“

 

August Macke, Große Promenade, 1914
Franz Marc Museum, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von...

… Veit Vohlwasen, Kunstvermittler, ist:

Das „Springende Pferd“ von Franz Marc

„Mir gefällt an dem Bild, dass es die enge Beziehung und Verbundenheit von Franz Marc zum Tier und der Natur zeigt, mit einem seiner Lieblingstiere, dem Pferd. Zugleich wird seine Farbtheorie im Gelb des Pferdes und dem Klang der Farben umgesetzt und er verbindet seinen Expressionismus mit den neuen Entwicklungen in der Kunst und gibt eine Ausblick auf Kubismus und Abstraktion.“

 

Franz Marc, Springendes Pferd (Bild vom Pferd), 1912,
Franz Marc Museum, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von...

… Anne Beutler-Weber, Kunstvermittlerin, ist:

„Der Turm der Blauen Pferde“ von Franz Marc

„Eigentlich gibt es für mich nicht das EINE Lieblingsbild von Franz Marc. Mich erfreuen immer wieder seine kleinen, feinen Papierarbeiten, die oft erst auf den „zweiten Blick“ in den Kabinetten des Franz Marc Museums zu entdecken sind. Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe, die zeigen, wie er die Welt mit seinen Augen sah, um es anschließend zeichnerisch so hervorragend umzusetzen.

Ein Beispiel dafür ist die kleine, eher durch die Rahmung ins Auge fallende Bleistiftskizze zum berühmten Turm der Blauen Pferde.

Viele kennen dieses berühmte Motiv Marcs von Abbildungen des großformatigen Gemäldes, das einstmals in der Nationalgalerie von Berlin den Maler repräsentierte – seit dem 2. Weltkrieg gilt das Ölbild als verschollen. Mit der Skizze sehen wir die Idee, den Geistesblitz, den „Grundstein“ dazu.“

 

Franz Marc, Der Turm der Blauen Pferde, 1912/13
Aus Skizzenbuch XXVI, S. 30
Franz Marc Museum, Schenkung Charlotte Mittelsten Scheid
Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von...

…Barbara Jungwirth, Kunstvermittlerin und Museumspädagogin, ist:

„Stare im Weißdorn“ von Jean Bloé Niestlé

„Bei der Frage nach meinem Lieblingsbild kam mir spontan „Stare im Weißdorn“  in den Sinn – sicher bedingt durch das derzeit winter- und coronagraue Gefühl, die unbändige Sehnsucht nach Frühling, Sonne, Vogelgezwitscher, Hoffnung…

Der Schweizer Maler Jean-Bloé Niestlé (1884-1942) zählte zum engen Kreis des „Blauen Reiter“, verkörperte allerdings einen völlig anderen, realistischen Malstil. Eng war er mit Franz Marc befreundet, beide wohnten ab 1910 in Sindelsdorf und erkundeten gemeinsam ihre Sehnsuchtslandschaft, das Loisach-Kochelsee-Moor. Sich in Tiere hineinzuversetzen, ihr Wesen darzustellen, war erklärtes Ziel der tierlieben Freunde. Niestlé hatte es besonders die damals noch reichhaltige Vogelwelt in ihrer ursprünglichen Umgebung angetan. Ständig kehrt dieses Motiv zu verschiedenen Jahreszeiten in seinen Bildern wieder.

Was das Starenpärchen inmitten der Blütenpracht wohl zu besprechen hat?“

 

Jean Bloé Niestlé
Stare im Weißdorn, 1908
Franz Marc Museum, Franz Marc

Das Lieblingsbild von...

…Dorothea Dattenberger, Museumspädagogin, ist:

„Improvisation 21“ von Wassily Kandinsky

„Wassily Kandinskys Bild Improvisation 21 stammt aus der Zeit, in der Kandinsky noch figurativ, gegenständlich malte. Für mich ist die abstrakte Assoziation nebensächlich im Bild. Farben und Formen lassen dem Betrachter freien Lauf für eigene Interpretationen. Bilder aus seiner späteren Zeit, in der die Komposition überwiegend aus geometrischen Elementen das abstrakte Bild bestimmt, sprechen mich nicht an.

In Improvisation 21 erzählt er eine Geschichte, die auch meine tägliche Geschichte ist. Die Geschichte erzählt von Bergen, einer aufgehenden oder untergehenden Sonne, von Wiesen und Feldern…einer bezaubernden Landschaft voller bunter Farben. Rosa, Orange, Gelb, Grün, Weiß, Blau, Braun und Schwarz verdichten sich zu einem warmen Farbklang. Die blassen Farben im Hintergrund spiegeln die Weite und Größe der oberbayrischen Landschaft wieder. Protagonisten sind Pferd(e) und Reiter.

Es ist auch meine Geschichte, weil ich zusammen mit unserer BGS Hündin „Walli“ täglich in einer wundervollen Landschaft mit Blick auf die Berge und die Sonnen durchfluteten Wiesen und Felder spazieren gehe. Dabei lasse ich mich von Kandinskys Farbspuren einhüllen, die von der auf- oder untergehenden Sonne zum Leuchten kommen. Auch mein Hund ist unentwegt mit (s)einer Spurensuche beschäftigt, so dass wir beide das kleine Glück im Moment festhalten und unsere Seele schwingen lassen. Mehrmals wöchentlich begegnen mir dabei, wie in Kandinskys Bild, Reiter, einzeln oder zu zweit.

Mit dieser malerischen Erzählung ist die Geschichte auch meine/unsere Geschichte, die sich Tag für Tag im Rhythmus der Jahreszeiten in dieser wundervollen Landschaft wiederholt und auf die ich mich immer wieder aufs Neue, in Begleitung unseres Hundes, freue und nicht genug bekommen kann.
Immer wieder ein neues malerisches Erlebnis!“

 

Wassily Kandinsky, Improvisation 21, 1911
Franz Marc Museum
Dauerleihgabe, Courtesy W. Wittrock, Berlin
Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von...

…Gabriele Gewehr, Museumsshop, ist:

„Zwei Frauen am Berg“ von Franz Marc

„Mein Lieblingsbild ist von Franz Marc Frauen am Berg. Das bedeutet für mich Ruhe und
Zufriedenheit, Gelassenheit in einer wunderbaren Natur.“

 

Franz Marc, Zwei Frauen am Berg, 1906
Franz Marc Museum, Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von...

…Erika Dillmann, Museumsaufsicht, ist:

„Große Landschaft I“ von Franz Marc

„Dieses Bild strahlt für mich Fröhlichkeit aus und steht für ein Miteinander und Gemeinsamkeit. Außerdem erinnert es mich an meine Enkelin für die Pferde alles sind.“

 

Franz Marc, Große Landschaft I, 1910
Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl
Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von ...

…Dörthe Merz, Museumsaufsicht, ist:

„Mädchen mit Katze“ von Franz Marc

„Als Katzenliebhaberin und Besitzerin von zwei Katzen  (eigentlich  besitzen sie mich ), habe ich mich spontan von diesem Bild  angesprochen gefühlt . Dieses in ausdrucksstarken Farben gemalte Bild zeigt wunderschön eine junge Frau, die liebevoll ein kleines  Kätzchen im Arm hält. Man sieht  förmlich die Lebendigkeit des Tieres und wie es sich gleich aus der Umarmung entwindet . Für mich  hat Franz  Marc  hier die Unbezähmbarkeit von Katzen porträtiert und doch ihre Verbindung  zum Menschen gezeigt.“

 

Franz Marc, Mädchen mit Katze II, 1912
Franz Marc Museum
Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Das Lieblingsbild von ...

… Bettina Pauly, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ist:

„Parksee“ von Erich Heckel

„Das Bild erinnert mich an schöne Sommertage an denen ich gerne den Standup-Paddlern zusehe. Diesen Sommer klappt es ja vielleicht, dass ich es selber versuche.“

 

Erich Heckel, Parksee, 1914
Franz Marc Museum, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
© Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: collecto.art

Das Lieblingsbild von ...

… Christine Weikert, Museumsaufsicht, ist:

Gabriele Münter, Mann im Sessel (Paul Klee), 1913, Bayerische Staatsgemäldesammlungen München, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, © VG Bild Kunst Bonn 2021, Foto: Blauel Gnamm - Artothek

„Mann im Sessel (Paul Klee)“ von Gabriele Münter

„Wenn ich im 1. OG Aufsicht habe, begrüße ich als erstes Paul Klee. Er blickt den Betrachter aus seinem blauen Sessel heraus direkt an und scheint zum Dialog aufzufordern. Das Bild strahlt für mich eine große Ruhe aus, und durch die vielen Details kann ich immer wieder etwas Neues darin entdecken.“

 

Gabriele Münter, Mann im Sessel (Paul Klee), 1913,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen München,
Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne,
© VG Bild Kunst Bonn 2021, Foto: Blauel Gnamm – Artothek

Das Lieblingsbild von ...

… Annette Rosenboom aus der Museumsverwaltung ist:

Erich Heckel, Blankenese, 1910 Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl © Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Walter Bayer, München

„BLANKENESE" VON ERICH HECKEL

„Während meiner Kindheit waren wir viel in Norddeutschland um die Verwandten zu besuchen, vor allem in Hamburg. Und bei diesem Bild muss ich immer an die schönen Erlebnisse mit meinen Großeltern, Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen denken.“

 

Erich Heckel, Blankenese, 1910
Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl
© Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Walter Bayer, München