Tierschicksale: Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert

Franz Marc, Getötetes Reh, 1913
Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl

 

Krieg als Opfer?
Franz Marc illustriert Gustave Flauberts Legende des Heiligen Julian
Cathrin Klingsöhr-Leroy, Barbara Vinken
Hrg. Deutsches Forum für Kunstgeschichte / Centre Allemand d´Histoire de l´Art, Paris 2021
Preis: 12,00 €
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Das Buch erscheint auch als E-Book.
https://books.openedition.org/editionsmsh/48855
Preis: 8,49 €
Tierschicksale
Begleitheft zur Ausstellung
Hrsg.: Franz Marc Museumsges. mbH, Cathrin Klingsöhr-Leroy
44 Seiten, mit farbigen Abbildungen der Exponate und Erläuterungstexten zur Ausstellung
€ 3,50
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Krieg als Opfer?
und Tierschicksale
Kombiangebot
€ 14,10
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Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert
13. März bis 17. Juli 2022

Das Franz Marc Museum öffnet eine neue und bisher nicht beachtete Perspektive auf das Werk Franz Marcs und die eigene Sammlung. Anlässlich des 200. Geburtstages von Gustave Flaubert zeigt die Ausstellung »Tierschicksale. Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert«, dass Franz Marcs Rezeption des großen französischen Schriftstellers bedeutende Konsequenzen für sein Werk um 1912/13 hatte. Marcs Lektüre von Flauberts »Legende des Heiligen Julian« motivierte ihn zu Illustrationen dieser Novelle, die direkt zu Marcs wichtigem Gemälde »Tierschicksale« (1913) führten.

In einem der Skizzenbücher Franz Marcs, das der Maler in den Jahren 1912 und 1913 benutzte, finden sich Skizzen, Aquarelle und Tuschezeichnungen, die sich auf die Novelle Gustave Flauberts Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien (1877) beziehen. Nach der Auflösung des Skizzenbuchs durch Maria Marc gelangten einige dieser Skizzen ins Franz Marc Museum, andere über die Schenkung Sofie und Emanuel Fohn zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Marc schrieb handschriftlich kurze Sätze, Auszüge aus dem französischen Text unter seine Darstellungen, so dass sich einzelne Szenen der Erzählung Flauberts sehr konkret auf die Zeichnungen beziehen lassen. Offensichtlich wollte Marc die Novelle Flauberts illustrieren. Was interessierte ihn an dieser Erzählung?

In der Ausstellung werden die Zeichnungen, die Aquarelle und Gemälde präsentiert, die die Lektüre Flauberts durch Marc spiegeln. Daneben umfasst sie Werke aus der Sammlung des Franz Marc Museums, die in diesem Zusammenhang zu sehen sind. Dazu gehören nicht nur die illustrierten Postkarten Marcs und Klees, sondern auch die abstrakten Werke Franz Marcs, die das eigentlich von ihm erstrebte spirituelle Sein spiegeln. Dies sind die neuen Bilder, die Franz Marc Paul Klee nach dem Krieg, den er nicht überlebte, versprochen hatte.

Auch Zeitgenossen Franz Marcs wie Rainer Maria Rilke und Freunde wie Heinrich Campendonk und August Macke waren von der Novelle Flauberts fasziniert, denn mit einer mythischen Jagdszene zeichnet Flaubert ein Bild von Apokalypse und Katharsis, das viele Intellektuelle und Künstler vor dem Ersten Weltkrieg mit dieser erahnten, zum Teil ersehnten Katastrophe verbanden.

Zur Ausstellung erscheinen ein Begleitheft mit Materialien und Bildern zum Thema, sowie ein besonderer Audioguide. Er umfasst neben den musikalisch untermalten Werkkommentaren eine Lesung von Flauberts Novelle in deutscher Fassung durch die Schauspielerin Veronika Bachfischer (Schaubühne Berlin).

Ein Essayband von Cathrin Klingsöhr-Leroy und Barbara Vinken, »Krieg als Opfer? Franz Marc illustriert Gustave Flauberts Legende des Heiligen Julian«, hrg. Vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris, war Grundlage für das Projekt und wird ebenfalls zur Ausstellung angeboten.

Lesung Novelle Gustave Flauberts Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien
Veronika Bachfischer (Schaubühne Berlin)
Konzeption und Einspielung der musikalischen Begleitung durch die Pianistin Eva-Maria May: Musik von Frédéric Chopin, Claude Débussy, Arnold Schönberg und Alexander Skriabin.

Die Lesung ist auch hier in voller Länge (ca. 70 min.) oder in drei Kapiteln zu hören sein.

🎧 Lange Version (70 min)

🎧 Kapitel 1 (28:51 min)

🎧 Kapitel 2 (25:20 min)

🎧 Kapitel 3 (15:05 min)

Karin Kneffel. Im Bild

Karin Kneffel, Ohne Titel, 2016/06
Foto: Karin Kneffel, © VG Bildkunst 2021/22

Katalog zur Ausstellung

Karin Kneffel
Im Bild / In the Picture
Herausgegeben von der / edited for Franz Marc Museumsgesellschaft
durch / by Cathrin Klingsöhr Leroy
Mit Texten von Burcu Dogramaci, Cathrin Klingsöhr-Leroy und Christiane Lange.
128 Seiten, 50 farbige Abbildungen, dt./engl.
Schirmer/Mosel Verlag, München, 2022
ISBN 978-3-9818979-8-2 (Museumsausgabe)
29,80 €

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29. Mai bis 3. Oktober 2022

Karin Kneffel (*1957), Meisterschülern Gerhard Richters an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich seit über zehn Jahren in einer Serie von Gemälden und Aquarellen mit den Krefelder Villen Haus Lange und Haus Esters, die von Ludwig Mies van der Rohe Ende der zwanziger Jahre gebaut wurden. Karin Kneffel verfolgte den Weg der Gemälde und Skulpturen er bedeutenden Kunstsammlung von Hermann Lange bis in die Museen, in denen sich diese Werke heute meist befinden. Dabei werden die Situationen auf ihren Bildern verunklart: Heute oder früher? Realität oder Fiktion?  – wird der irritierte Betrachter sich fragen, dessen Blick in unbekannte Räume durch beschlagene oder mit Regentropfen überzogene Scheiben gebrochen wird.Der durch die illusionistische Malerei Kneffels hervorgerufene Trompe l´Oeil -Effekt zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er macht bewusst, dass die Werke der Sammlung Lange neben ihrer heutigen strahlenden Präsenz im Museum eine Geschichte haben, die auf den Gemälden abzulesen ist. Zum Bespiel gelangten August Mackes Große Promenade oder Wassily Kandinskys Improvisation 21 aus der privaten Villa Herrmann Langes in verschiedene museale Räume bis sie im Franz Marc Museum vorläufig „ankamen.
Neben über dreißig Gemälden von Karin Kneffel zeigt die Ausstellung Werke der klassischen Moderne, Bilder von Kokoschka, Kandinsky, Macke und Kirchner, die man in den Gemälden Kneffels wiederentdeckt.