Kommende
Ausstellungen
Erbslöh.
Fantasie & Form
26. April
bis 26. Juli 2026
26. April
bis 26. Juli 2026
Adolf Erbslöh (1881–1947) zählt zu den stillen, aber prägenden Gestalten der Moderne. Mit seinem Essay Phantasie und Form formulierte er eine eigene Kunsttheorie, die Fantasie nicht als Gegensatz zur Ordnung, sondern als deren Ursprung versteht. Die Ausstellung Erbslöh. Fantasie & Form folgt diesem Gedanken und zeigt, wie Erbslöh aus inneren Vorstellungen und geistiger Klarheit eine unverwechselbare Bildsprache entwickelte.
Als Mitbegründer und Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München prägte Erbslöh maßgeblich das künstlerische Klima, aus dem der Blaue Reiter hervorging. Er war kein Dogmatiker der Avantgarde, sondern ein Suchender, der zwischen dem expressiven Gestus des Expressionismus und den klaren Formprinzipien der Klassischen Moderne vermittelte. In seinen Landschaften, Stadtansichten und Stillleben wird die Fantasie zu einer strukturgebenden Kraft: Farbe, Linie und Fläche sind nicht Ausdruck spontaner Emotion, sondern Mittel eines denkenden Sehens – eine Kunst, die inneres Erleben und rationale Ordnung in Einklang bringt.
Maria Franck-Marc
21. Juni 2026
bis 27. September 2026
21. Juni 2026
bis 27. September 2026
Anlässlich des 150. Geburtstags von Maria Franck-Marc und im 40. Jubiläumsjahr des Franz Marc Museums widmet sich das Museum erstmals in einer eigenen Ausstellung der Künstlerin Maria Franck-Marc (1876–1955). Die Ausstellung nimmt ihre künstlerische Arbeit sowie ihre Rolle innerhalb der Kunst- und Rezeptionsgeschichte der Klassischen Moderne in den Blick und eröffnet neue Perspektiven auf eine bislang wenig beleuchtete Position.
Im Zentrum stehen Franck-Marcs Auseinandersetzung mit Natur, Stillleben und Porträt sowie ihr Interesse an Motiven, die im Alltag und im unmittelbaren Lebensumfeld verankert sind. Anstatt Wirklichkeit zu imitieren, zielte ihre künstlerische Praxis auf eine Verdichtung des Wahrgenommenen und auf die Suche nach einem „Wesenhaften“. Damit entwickelte sie eine eigenständige Bildsprache, die sich bewusst von jenen modernen Strömungen unterschied, die sich zunehmend der reinen Abstraktion zuwandten.
Zugleich thematisiert die Ausstellung die Bedingungen, unter denen Maria Franck-Marc als Künstlerin lange Zeit nur randständig wahrgenommen wurde. Ihr Werk stand über Jahrzehnte im Schatten ihres Ehemanns Franz Marc, dessen Nachlass sie nach seinem frühen Tod maßgeblich betreute, bewahrte und vermittelte. Diese bewusste wie strukturell geprägte Zurückstellung der eigenen künstlerischen Sichtbarkeit prägte nachhaltig ihre Rezeption.
Die Ausstellung versteht sich als Einladung, Maria Franck-Marc als eigenständige Akteurin der Moderne neu zu betrachten und etablierte kunsthistorische Narrative kritisch zu hinterfragen. Sie leistet damit einen Beitrag zu einer differenzierten Neubewertung weiblicher Positionen im Umfeld des Blauen Reiters und der Klassischen Moderne.
Licht wird Farbe.
Reisen nach Tunesien
11. Oktober 2026
bis 17. Januar 2027
11. Oktober 2026
bis 17. Januar 2027
Was geschieht, wenn Künstler:innen aufbrechen – in ein fremdes Licht, in andere Farben, in eine Welt, die sie so noch nie gesehen haben? Die Ausstellung Licht wird Farbe lädt ein, zwei zentrale Reisen der europäischen Kunstgeschichte neu zu entdecken: die Tunesienreise von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky (1904/05) sowie die von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet (1914).
Das Licht Nordafrikas veränderte alles. Macke aquarellierte mit einer Energie, die ihresgleichen sucht – in wenigen Wochen entstand eine Folge von Aquarellen, die zu den leuchtendsten der europäischen Kunstgeschichte zählen. Klee erlebte in Kairouan einen künstlerischen Wendepunkt und hielt im Tagebuch fest: „Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Und Gabriele Münter fotografierte mit ihrer Kodak-Kamera Straßenszenen, Gassen und Märkte – ein fotografisches Werk, das eine ungewöhnlich präzise, weibliche Perspektive auf das Tunesien der Jahrhundertwende eröffnet.
Die Ausstellung versammelt Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien dieser außergewöhnlichen Reisen. Sie zeigt, wie die Begegnung mit dem südlichen Licht, der islamischen Ornamentik und der Architektur der Medinas den Weg in die Abstraktion ebnete. Die Begegnung mit Tunesien war aber auch ein europäischer Blick, geprägt von kolonialen Strukturen, die das Reisen erst ermöglichten und die Wahrnehmung des Landes formten. Die Ausstellung nimmt diese Ambivalenz ernst und lädt dazu ein, die Werke sowohl als Zeugnisse künstlerischer Transformation wie auch als Dokumente ihrer Zeit zu betrachten.
Licht wird Farbe ist eine Einladung zur Neugier – auf leuchtende Bilder, auf spannende Hintergründe und auf Fragen, die bis heute aktuell sind: Was sehen wir, wenn wir reisen? Und wessen Welt sehen wir dabei eigentlich?