Kommende
Ausstellungen
Verwobene Linien
Johanna Schütz-Wolff
14. März bis
20. Juni 2027
14. März bis
20. Juni 2027
Johanna Schütz-Wolff (1896–1965) gehört zu den bedeutendsten Textilkünstlerinnen der Moderne und gilt als Begründerin des expressiven Bildteppichs. Bereits 1920, mit nur 24 Jahren, übernahm sie die Leitung der neu eingerichteten Textilklasse an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. In den folgenden Jahren entwickelte sie eine unverwechselbare Bildsprache, in der Farbe, Material und textile Struktur zu eigenständigen Ausdrucksmitteln wurden.
Mit dem Franz Marc Museum ist Schütz-Wolffs Biografie auf besondere Weise verbunden. Schon als junge Künstlerin begeisterte sie sich für Franz Marc; 1920 führte sie eine beinahe als „Pilgerfahrt“ empfundene Reise nach Ried zu Maria Marc. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine jahrzehntelange Freundschaft und ein intensiver künstlerischer Austausch. Beide Frauen teilten Erfahrungen mit Webtechniken, Materialien und Pflanzenfarben, unterstützten einander und vermittelten Kontakte. Während des Zweiten Weltkriegs lebte und arbeitete Schütz-Wolff zeitweise in Ried und nutzte auch Maria Marcs Weberhütte.
Die Retrospektive zeichnet Schütz-Wolffs künstlerischen Weg von den frühen Arbeiten über ihre monumentalen Bildteppiche bis zu den späteren Grafiken nach. Zugleich erzählt sie von künstlerischer Eigenständigkeit, von Freundschaft und Austausch – und von einer Künstlerin, die ihren Weg unter wechselnden politischen und gesellschaftlichen Bedingungen konsequent weiterverfolgte.