Kommende
Ausstellungen
Maria
Franck-Marc
21. Juni 2026
bis 27. September 2026
21. Juni 2026
bis 27. September 2026
Zum 150. Geburtstag von Maria Franck-Marc (1876–1955) zeigt das Franz Marc Museum erstmals in der Geschichte des Hauses eine eigene Ausstellung zu ihrem künstlerischen Werk. Maria Franck-Marc wollte Künstlerin werden, lange bevor sie Franz Marc begegnete. Schon als Schülerin erhielt sie Unterricht in Musik und Kunst, später führte ihr Ausbildungsweg über private Schulen und Künstlerinnenvereine nach München. Wie viele Frauen ihrer Generation musste sie sich ihren Weg in die Kunst außerhalb der staatlichen Akademien suchen.
Ihre Begegnung mit Franz Marc im Jahr 1905 wurde persönlich und künstlerisch prägend. Beide arbeiteten zeitweise nebeneinander vor der Natur, tauschten sich über Malerei aus und bewegten sich im Umfeld jener Kunstschaffenden, aus denen sich der Blaue Reiter entwickelte. 1912 war Maria Franck-Marc mit drei Arbeiten in der zweiten Ausstellung der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter vertreten. Sie war also nicht nur Begleiterin, sondern selbst Teil dieses künstlerischen Netzwerks.
Nach Franz Marcs Tod 1916 veränderte sich ihre Rolle grundlegend. Sie stellte ihre eigene malerische Arbeit zunehmend zurück und widmete sich der Bewahrung seines Werks. Sie organisierte Ausstellungen, betreute den Nachlass und prägte die Rezeption Franz Marcs maßgeblich mit. Für sein Nachleben war diese Arbeit von unschätzbarer Bedeutung. Für Maria Franck-Marcs Wahrnehmung als Künstlerin hatte sie jedoch Folgen: Ihr Werk trat in den Hintergrund und blieb über Jahrzehnte kaum sichtbar.
Die Ausstellung richtet den Blick nun auf ihre Gemälde, Zeichnungen und Textilarbeiten. Blumenbilder, Stillleben, Landschaften und Kinderwelten zeigen eine Künstlerin, die vertraute Motive in eigenständige Experimente mit Farbe, Fläche und Rhythmus verwandelte. Was lange als unscheinbar, privat oder nebensächlich galt, wird bei ihr zu einem Feld künstlerischer Freiheit.
So erzählt die Ausstellung nicht nur von einer Wiederentdeckung. Sie fragt auch, wie Sichtbarkeit entsteht: Welche Motive gelten als bedeutend? Welche Werke werden gesammelt, gezeigt und erforscht? Und wie verändert sich unser Blick auf die Moderne, wenn eine Künstlerin sichtbar wird, deren eigenes Werk lange hinter ihrer Rolle als Bewahrerin des Nachlasses Franz Marcs zurücktrat?
Rund dreißig Arbeiten aus privaten und öffentlichen Sammlungen, von denen viele seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zu sehen waren, machen dieses Werk nun wieder zugänglich.
Licht wird Farbe.
Reisen nach Tunesien
11. Oktober 2026
bis 17. Januar 2027
11. Oktober 2026
bis 17. Januar 2027
Was geschieht, wenn Künstler:innen aufbrechen – in ein fremdes Licht, in andere Farben, in eine Welt, die sie so noch nie gesehen haben? Die Ausstellung Licht wird Farbe lädt ein, zwei zentrale Reisen der europäischen Kunstgeschichte neu zu entdecken: die Tunesienreise von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky (1904/05) sowie die von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet (1914).
Das Licht Nordafrikas veränderte alles. Macke aquarellierte mit einer Energie, die ihresgleichen sucht – in wenigen Wochen entstand eine Folge von Aquarellen, die zu den leuchtendsten der europäischen Kunstgeschichte zählen. Klee erlebte in Kairouan einen künstlerischen Wendepunkt und hielt im Tagebuch fest: „Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Und Gabriele Münter fotografierte mit ihrer Kodak-Kamera Straßenszenen, Gassen und Märkte – ein fotografisches Werk, das eine ungewöhnlich präzise, weibliche Perspektive auf das Tunesien der Jahrhundertwende eröffnet.
Die Ausstellung versammelt Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien dieser außergewöhnlichen Reisen. Sie zeigt, wie die Begegnung mit dem südlichen Licht, der islamischen Ornamentik und der Architektur der Medinas den Weg in die Abstraktion ebnete. Die Begegnung mit Tunesien war aber auch ein europäischer Blick, geprägt von kolonialen Strukturen, die das Reisen erst ermöglichten und die Wahrnehmung des Landes formten. Die Ausstellung nimmt diese Ambivalenz ernst und lädt dazu ein, die Werke sowohl als Zeugnisse künstlerischer Transformation wie auch als Dokumente ihrer Zeit zu betrachten.
Licht wird Farbe ist eine Einladung zur Neugier – auf leuchtende Bilder, auf spannende Hintergründe und auf Fragen, die bis heute aktuell sind: Was sehen wir, wenn wir reisen? Und wessen Welt sehen wir dabei eigentlich?