26. April bis
27. September
2026
Adolf Erbslöh (1881–1947) zählt zu den stillen, aber prägenden Künstlern der Moderne. Mit seinem Essay Phantasie und Form formulierte er eine eigene Kunsttheorie, die Fantasie nicht als Gegensatz zur Ordnung, sondern als deren Ursprung versteht. Die Ausstellung Fantasie & Form. Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne folgt diesem Gedanken und lädt dazu ein, die unverwechselbare Bildsprache des Künstlers neu zu endecken.
Als Mitbegründer und späterer Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München beeinflusste Erbslöh maßgeblich das künstlerische Klima, aus dem der Blaue Reiter hervorging. Er war kein Dogmatiker der Avantgarde, sondern ein Suchender, der zwischen dem expressiven Gestus des Expressionismus und den klaren Formprinzipien der Klassischen Moderne vermittelte. In seinen Landschaften, Stadtansichten und Stillleben wird die Fantasie zu einer strukturgebenden Kraft: leuchtende Farben, klare Linien und gestaffelte Flächen sind Mittel eines denkenden Sehens.
Von den impressionistischen Anfängen über die Begegnung mit der Kunst Paul Cézannes und der Kubisten bis zu den tektonischen Landschaften der 1920er-Jahre verfolgt die Ausstellung eine zentrale Frage seines Schaffens: Wie lässt sich die flüchtige Vielheit der Erscheinungen in eine bleibende Bildordnung überführen?
Das Franz Marc Museum, dessen Forschungsschwerpunkt und Sammlung eng mit der Münchner Avantgarde verbunden sind, präsentiert in dieser Ausstellung rund 40 Gemälde. Leihgaben kommen u.a. aus der Hamburger Kunsthalle, dem Kunstpalast Düsseldorf, dem Leopold-Hoesch-Museum Düren und dem Schlossmuseum Murnau. Viele Werke stammen aus Privatbesitz und sind teilweise erstmals öffentlich zu sehen. Kuratiert wird die Ausstellung von Jessica Keilholz-Busch, Direktorin des Franz Marc Museums.
Pressestimmen
„Da Kunstgeschichte auch permanente Neu- und Umdeutung bedeutet, entwickelt derzeit eine Sonderausstellung im Franz-Marc-Museum in Kochel am See eine neue Sichtweise, die Erbslöh aus dem Schatten holen möchte. 42 Gemälde, die meisten aus Privatbesitz, hat Jessica Keilholz-Busch, Leiterin und einzige Kuratorin des Hauses, zusammengetragen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Man liest seinen Namen immer mal, gerade im Zusammenhang mit Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und der Neuen Künstlervereinigung München. Aber das war’s dann auch schon. Leider! Denn Adolf Erbslöh ist ein so fabelhafter, fantasievoller Maler, dass man sich seinen Bildern nicht entziehen kann. Das jedenfalls wird jetzt im Franz Museum offenkundig.“
Abendzeitung
„Adolf Erbslöh war ein ausgezeichneter Maler. Daran lässt die Ausstellung im Kochler Franz Marc Museum keinen Zweifel. Trotzdem sind seine Werke nur selten zu sehen. Daher sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen, diesen Künstler und begnadeten Netzwerker der Moderne wiederzuentdecken.“
Süddeutsche Zeitung